Ein „alter Narr“ erinnert sich – Günther Preussner

Günther Preussner als Elferrat der KG Neckario

Günther Preussner, langjähriger Aktiver der KG Neckario, erinnert sich an die Zeit vor 30 Jahren zurück.

An der Spitze des Vereins standen die hervorragenden Männer Franz Schade als Vorstand und Herrmann Endlich als Präsident. Franz hatte als Leiter des Blindenheimes in Neckarelz erstklassige fastnachtliche Verbindungen nach überall in Deutschland und darüber hinaus, und Herrmann war „der“ Sitzungspräsident im weiten Umkreis.

Außerdem war da noch der aus Bayern zu uns gekommene Urnarr Jochen Voeller. Jochen war der Erfinder des Neck und hat ihn auch als erster verkörpert. Die ersten Nixen waren Ed Hubert und Harriet Voeller.

Ich war für die Ausschmückung und Technik in der „Festhalle“ – der damals größten Halle in Neckarelz – zuständig. Das war die Turnhalle der Neckarelzer Volksschule, der heutigen Clemens – Brentano – Schule. Sie hatte eine Kapazität von etwa 300 Sitzplätzen an Tischen. Wir haben immer so an die 350 Karten verkauft, d.h. man saß eng an eng, und jeder musste einfach mitmachen; es blieb einem gar nichts anderes übrig. Kein Wunder, dass die Stimmung oft schon vor Beginn der Sitzung im wahrsten Sinne des Wortes mitreißend war.

Für die Dekoration der Wände hatte Malermeister Heinz Lindau eine Anzahl Bilder in der Größe 2 x 4 Meter gemalt. In der Mitte der Decke hing eine glitzernde Silberkugel von etwa 70 cm Durchmesser. Sie wurde von einem Scheinwerfer angestrahlt und drehte sich. Der Effekt war fantastisch: bei gedämpftem Licht und angestrahlter rotierender Kugel konnte man ins Schwanken kommen, auch ohne Alkohol. Zum Glück hatten wir für das „Elektrische“ den Fachmann Rudolf Müller und seine Firma in unseren Reihen.

Unmittelbar neben der Halle gab es eine Küche und ein Klassenzimmer. Das hatten wir als Bar eingerichtet, die stets ein Renner war. Dank der Arbeit der attraktiven Bardamen machten wir meistens glänzende Umsätze. Zur Tradition gehörten ab Mitternacht Soleier und saure Gurken auf der Theke. Ich war einmal Bar-Chef und habe in einer Nacht 95 Flaschen Sekt verkauft, die meisten glasweise. Ein kleines Problem war immer der Abbau und das Aufräumen der Halle. Durchweg bin ich sonntags früh gegen 6 Uhr – auch nicht mehr ganz nüchtern – ins Bett gekommen. Für 10 Uhr hatte ich die Abbaumannschaft bestellt, d.h. viel Schlaf war nicht drin. Es musste am Sonntag abgebaut und gereinigt werden, denn am Montag früh wollten die Schüler ihre Turnhalle, sowie Küche und Klassenzimmer wieder benutzen. Dabei fanden die letzten Gurken reißenden Absatz, und wer noch nicht ganz nüchtern war, war es spätestens, wenn der Abbau geschafft war. Aber unsere Fasnet war uns jedes Opfer wert.

Franz Thiemann und Heinz Lindau nach ihrem Auftritt als “die zwei Doofen”

Besuch der “Zigeunerinsel” Stuttgart mit Prinzenpaar bei der Prunksitzung in der Turnhalle der Clemens-Brentano-Schule.

Neckeinholung 1967 mit dem Marsch vom Neckar zum Neckarelzer Rathaus

Verlesung der amtlichen Bulle zur Neckeinholung durch Bürgermeister Wilhelm Weißbrod vor dem Neckarelzer Rathaus.

 

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